|
Der systemische Ansatz
Die systemische Therapie ist ein in den letzten fünfzig Jahren aus der Familientherapie entstandene Therapieform, die sich immer mehr zu einer Individualtherapie (also Einzeltherapie) entwickelt hat. Sie vereinigt neben dem familientherapeutischen Ansatz tiefenpsychologische, humanistische (z.B. klientenzentrierte Gesprächstherapie nach C.Rogers, gestalttherapeutische nach F. Perls) , hypnotherapeutische (M.H. Erickson) und kognitiv-verhaltenstherapeutische Einflüsse. Damit stellt sie eine integrative Form von Therapie dar, wie sie von führenden Therapieforschern (z.B. K. Grawe, H. Petzold) immer wieder gefordert wird.
Allerdings basiert die systemische Therapie auf einer Änderung therapeutischen Denkens: Weg von Versuchen, Pathologisches in den Individuen zu lokalisieren und hin zur Lösung präsentierter Probleme, indem angeregt wird, die Ressourcen in Subsystemen des Individuums, in der Familie und in größeren Systemen zu nutzen.
Die systemische Therapie ist ein wissenschaftlich nachgewiesener hoch wirksamer Ansatz zur Behandlung fast aller psychischer Beschwerden und Belastungssituationen.
Worin unterscheidet sich die systemische Therapie von traditionellen Therapieansätzen?
Traditionelle Therapien gehen von einem mechanistisch-medizinischen Krankheits- und Heilungsverständnis aus: Psychische Probleme haben demnach - analog zu körperlichen Symptomen - konkret fassbare Ursachen, die es zu erkennnen gilt. Die therapeutische Zielsetzung besteht in der Ursachenbeseitigung mittels fachlicher Methoden, die dem Patienten meist uneinsichtig sind. Die Persönlichkeit und die Selbstheilungskräfte des Patienten bleiben dabei unberücksichtigt - ähnlich wie bei einer Infektionserkrankung, bei der der Arzt nach durchgeführter Diagnose ein Medikament verschreibt, das - unabhängig von der Person des Patienten - auf einer kausalen Ebene wirken soll.
Diese Sichtweise hat sich innerhalb der Psychologie und Psychotherapie als unzureichend und zudem hinderlich für den Therapieerfolg erwiesen. Die Wissenschaft zeigte demgegenüber auf, dass alle lebenden Systeme selbstorganisatorisch und nicht mechanisch-kausal organisiert sind. Sie tragen das Potenzial zur Pathologie ebenso in sich wie das zur Selbstheilung und zur positiven Entwicklung. Beim Prozess der (Selbst-)Heilung spielen Glaube, Erwartungen, subjektiver Denkstil, eine positive Beziehung, subjektive Wahlmöglichkeiten, korrektiv verstärkendes Feedback - letztlich auch persönliche Ziele und deren Umsetzung, eine viel wichtigere Rolle als Diagnosen oder die fachlich begründete Intervention des Therapeuten.
Erfolgreiche Therapien, gleich welcher Konzeption, wirken selbstorganisatorisch. Diese Erkenntnis war immer schon im systemischen Ansatz vorhanden.
Der systemische Ansatz vereint gleich mehrere wirksame Varianten:
- Systemische Familientherapie (familiäre und interpersonelle Ressourcen, zirkuläres Fragen, paradoxe Intervention, strategische und strukturelle Aspekte)
- Selbstorganisatorische Hypnotherapie nach Milton H. Erickson (Nutzung unbewußter Ressourcen und Lösungswege, Sprachmuster, Nutzung und Unterstützung der wichtigsten Heilwirkungen: Therapeutische Beziehung und die Selbstheilungskräfte des Klienten)
- NLP- Neurolinguistisches Programmieren (Rapport- und Ankertechniken, Reframing, Imagery Conditioning, Zeitlinien-Interventionen)
- Lösungs-fokussierter Ansatz (Ausnahmen, Ziele, Lösungs-Konstruktion, De-Konstruktion einschränkender Glaubenssätze und "Überzeugungen", Hausaufgaben, Verschreibungen)
Daneben verstehen wir den systemischen Ansatz als integrativen Ansatz, deshalb werden in der Ausbildung auch die Grundlagen der
- Tiefenpsychologie (aufdeckende Verfahren)
- Verhaltenstherapie (kognitive Verfahren, Desensibilisierung)
- Humanistische Psychologie (Empathie, Kongruenz, therapeutische Beziehung, Aktives Zuhören, gestalttherapeutische Interventionen)
behandelt und praktisch geübt.
Unter systemischer Therapie verstehen wir nicht das Familienstellen nach B. Hellinger.
Ausbildungsthemen
- Einführung in systemisches Denken und Handeln in Psychotherapie u. Beratung
- Wissenschaftstheoretische Grundlagen / Psychotherapieforschung
- Rapport, Kalibrieren, aktives Zuhören, Ankern
- Erstgespräche, Anamnese, Fragetechniken
- Pacing u. Leading
- Systemische Fragetechniken
- Lösungsorientierte Interventionen
- Konstruktion, De-Konstruktion
- Kommentare, Metaphern, “Provokation”
- Verschreibungen, “Hausaufgaben”
- NLP Reframingtechniken
- NLP Metaprogramme
- NLP Time-line Interventionen
- Teileverhandeln (Arbeit mit Persönlichkeitsanteilen)
- Ericksonsche Hypnotherapie (Sprachmuster, Utilisation)
- Tranceinduktion, Hypnosetechniken
- Entspannungsverfahren (Jacobsen)
- Einführung in die Transaktionsanalyse
- Tiefenpsychologische und verhaltenstherapeutische Interventionen
- Gestalttherapeutische Interventionen
- Aufstellungs- u. Skulpturarbeit
- System. Coaching-Techniken
- System. Therapie bei speziellen Störungsbildern
Unsere Didaktik
- Die systemische Beratung lernen Sie "by doing" - durch Beobachten, Üben, Diskussion.
- Sie lernen schon am ersten Praxistag, wie Sie eine postive Beziehung (Rapport) zu Ihren Klienten herstellen und Sie diese in ihrem Innersten erreichen.
- Sie lernen viele Methoden, wie Sie Fortschritte bei Ihren Klienten hervorrufen und diese beständig machen (“Drehtüreffekt”: Sie stossen die Tür auf, der Klient geht automatisch hindurch --und tut es immer wieder)
- Sie lernen Fragen auf eine ganz neue Art zu stellen. Fragen, die verblüffen, neugierig machen, Suchprozesse auslösen und neue Lösungsideen aufwerfen.
- Sie lernen Methoden, wie Sie den Fortschritt des Klienten überprüfen können.
- Sie erfahren, wie Sie mit dem Bewußtsein und mit dem Unbewußten Ihrer Klienten gleichzeitig kommuninzieren können.
- Sie erhalten regelmäßig interaktive Lern-CDs mit umfangreichen Lernskripten, Animationen und Testfragen zum ankreuzen.
Zertifikat
- Theorie u. Methodik (200 UE*)
- Selbststudium, ausbildungssrelevante Selbsterfahrung u. -Reflexion(mindestens 100 UE)
- Selbständiges Üben in Arbeitsgruppe (40 UE)
- Beratungspraxis, 2 schriftlich dokumentierte Fallbearbeitungen
- Abschluß-Colloquium
(*Unterrichtseinheiten a 45 Min.)
Ihre Vorteile
- Persönliche Betreuung
- Telefonhotline
- Lernhilfen, Lerntipps
- Pausengetränke gratis
Ihre Trainer verfügen neben fachlicher Kompetenz über langjährige psychotherapeutische Praxis und Lehrerfahrung. Sie haben die Möglichkeit, anhand vieler Fallschilderungen und Videobeispiele den konkreten Praxisalltag hautnah kennen zu lernen.
Umfang und Kosten
20 x mittwochs von 19.00 - 21.30 Uhr (20 x 3 UE = 60 UE*) 11 x Supervisions und Übungswochenende (11 x 12 UE = 132 UE*)
- Fr. 18.00 - 21.30 Uhr
- Sa. 10.00 - 16.30 Uhr
1 Sa. Familienaufstellung (8 UE)
Gebühr: 2. 740 EUR
Paketpreis systemischer Berater/Coach + Prüfungsvorbereitung zum Heilpraktiker für Psychotherapie 3. 740 EUR. Sie sparen 200 EUR
|